Vorbereitungskurs zur hopizlicher Begleitung abgeschlossen: Sechs Teilnehmerinnen aus Land Hadeln dabei

von Thomas Schult

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Vor gut einem Jahr haben sich 15 Frauen auf den Weg gemacht und mit einer Vorbereitung auf die ehrenamtliche hospizliche Begleitung begonnen. Im Verlauf des Kurses am evangelischen Bildungszentrum in Bad Bederkesa haben sie ganz viel über sich selbst erfahren und ein gutes Rüstzeug für ihre verantwortungsvolle Aufgabe bekommen.

Am vergangenen Mittwoch haben sich alle Teilnehmerinnen und die Koordinatorinnen der beteiligten Hospizgruppen zur Abschlussbesprechung und zur Zertifikatsübergabe getroffen - Zeit, das Erlebte zu reflektieren und über die kommenden Herausforderungen zu sprechen. Immer wieder war dabei der Satz zu hören: „Der Kurs hat mich verändert." Bemerkt haben dies nicht nur die Teilnehmerinnen selber, sondern auch ihre Familien. So sagten etwa die Kinder einiger Frauen: „Mutti, was bist Du ruhig geworden. Mit Dir kann man jetzt viel besser reden als früher."

Kommunikation gelernt

Angesichts eines der Kursschwerpunkte - Kommunikation - auch nicht überraschend. Gut und genau Zuzuhören hätten sie gelernt in den insgesamt 14 Seminartagen mit zusammen 100 Unterrichtsstunden, sagten die Teilnehmerinnen. Eine gehörige Portion Spiritualität, ohne eine Bindung an Religion und das Training der Sprachfähigkeit gehörten ebenso dazu wie auch die Freude nicht zu kurz gekommen sei. Ganz wichtig sei das Kennenlernen der eigenen Belastungsgrenzen gewesen, um rechtzeitig auf eine Überschreitung reagieren zu können. Eingeübt wurden auch Worte, Symbole und Rituale des Abschieds. Begleitend zum Kurs habe es für jeden verpflichtend einen Praxisteil gegeben, etwa in einer stationären Pflegeeinrichtung. So gestärkt gehen die neuen Sterbebegleiterinnen nun voller Erwartung an ihre wichtige Aufgabe heran.

Birgit Meyer, Koordinatorin der Hospizgruppe Land Hadeln und Bert Hitzegrad, Vorsitzender des Hospizvereins freuen sich über den personellen Zuwachs von gleich sechs Ehrenamtlichen. „Der Bedarf und die Nachfrage an Begleitung steigt ständig an", sagte Hitzegrad. Darum startet im Oktober dieses Jahres auch schon wieder ein neuer Vorbereitungskurs am evangelischen Bildungszentrum. Informationen dazu gibt es dort oder bei den Hospizgruppen.

Sie haben den Vorbereitungskurs absolviert:


Hospizgruppe Land Hadeln: Anja Klawitter, Regina Klawitter, Sonja Köster, Elke Schmidt, Renate Weber und Frauke Zahrte.


www.ev-bildungszentrum.de

www.hospizgruppe-land-hadeln.de

 

Texte & Musik zum Totensonntag 2014

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Hospizgruppe Land Hadeln feiert 15-jähriges Bestehen

Jubiläum mit Tag der offenen Tür und Theateraufführung begangen / Fazit: „Hospizarbeit hat das Sterben aus der Tabuzone geholt"

Mit gleich zwei Veranstaltungen feierte die Hospizgruppe Land Hadeln am Wochenende ihr 15-jähriges Jubiläum. Am Freitagabend war die französische Puppenbühne "Compagnie de l'Echelle" mit dem Stück „Alle Großmütter sind Engel" zu Gast in den Seelandhallen. Darin handelte es sich um ein Kind, das für sich im Altenheim eine Großmutter sucht Dabei trat Bettina Vielhaber nicht nur als Puppenspielerin auf. sondern schlüpfte selbst in eine Rolle als Schauspielerin. Mit dem Stück traf sie genau das Motto der Hospizgruppe. „Leben bis zuletzt".

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Am Sonnabend folgte der Tag der offenen Tür rund um das Büro der Hospizgruppe in der Otterndorfer Sackstraße. In der Stadtscheune stellten sich neben der Hospizgruppe Einrichtungen vor, die Menschen in ihren verschiedenen Lebensphasen begleiten. Beginnend bei der Hebamme über den Kindergarten, die Diakonie, Pflegeeinrichtungen bis hin zum Bestattungsinstitut wurde der „Kreis des Lebens" nachgebildet. Umrahmt durch musikalische Darbietungen von Ilse Tiedemann, Kai Rudi, dem „Logos Chor' und dem Gospelchor Otterndorf gab es stündlich Vorträge zu verschiedenen Themen. Für die Hospizgruppe etwa vermittelte die Koordinatorin Birgit Meyer Einblicke in ihre Arbeit, bevor Doris Heinsohn eindruckvoll aus ihrer Tätigkeit als ehrenamtliche Sterbebegleiterin und ihren Weg dorthin berichtete.

Pastor Bert Hitzegrad als Vorsitzender des Hospizvereins dankte allen Mitarbeitern und Helfern für ihren Einsatz sowie der Stadt Otterndorf für die Bereitstellung der Räumlichkeiten: „Zusammen haben wir den Hospizgedanken in die Öffentlichkeit getragen und den Menschen ein wenig die Angst vorm Sterben genommen."

Otterndorfs Bürgermeister Claus Johannsen sprach in seinen Grußworten von einem immer schneller werdenden Leben und von der Hospizarbeit als Ausdruck einer gesellschaftlichen Veränderung. Er bedankte sich bei den Ehrenamtlichen dafür, dass sie sich dieser Herausforderung stellten. Rosemarie Fischer von der Landesarbeitsgcmeinschaft der Hospizgruppen sagte, dass es in der Hospizarbeit keine Lösungen im Sinne von Patentrezepten gebe. Sie bezeichnete die Sterbebegleiter daher als Kräfte, die Lösungen in Bewegung setzen würden.

Thomas Schult (NEZ vom 22.09.2014)

 

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Kreislauf des Lebens: Hospizgruppe lädt zu Jubiläumsveranstaltungen ein

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„Es zählt zu den großen Verdiensten der Hospizbewegung, dass sie eine Diskussion darüber angestoßen hat, was humanes Sterben ausmacht. Nicht der Tod, nicht das Ende, steht im Mittelpunkt, sondern ‚Leben bis zuletzt'."

Mit diesen Worten würdigt Cornelia Rundt, die niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung die Arbeit der Hospizgruppe Land Hadeln e.V. Für die Jubiläumsveranstaltungen der Hospizgruppe hat die Ministerin die Schirmherrschaft übernommen. Nach einer Ausstellung mit Fotos im August über das „Leben im Hospiz" lädt die Hospizgruppe nun im September zu weiteren Jubiläumsveranstaltungen ein.

 

Am Freitag, dem 19. September gastiert das Puppentheater Compagnie de l'Echelle aus Frankreich in den Seelandhallen in Otterndorf mit dem Theaterstück „Alle Großmütter sind Engel". Die Aufführung beginnt um 19.00 Uhr. Das Stück, in dem ein Mädchen sich in einem Altenheim eine Großmutter sucht, ist auch für Kinder ab 6 Jahren und Familien geeignet. Der Eintritt ist frei. Spenden werden erbeten.

 

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Am Tag darauf, dem 20. September lädt die Hospizgruppe zu ihrem großen Jubiläumstag ein. Von 11.00-17.00 Uhr stellen sich in der Stadtscheune Otterndorf neben der Hospizgruppe Einrichtungen vor, die Menschen in verschiedenen Lebenslagen begleiten. Der „Kreislauf des Lebens" beginnt bei der Hebamme und endet mit Pflegeeinrichtungen, der Hospizgruppe und dem Bestattungsinstitut. Dazwischen stellen sich Kindergärten, Schulen, der Sportverein oder auch die Telefonseelsorge vor. Das Programm an diesem Tag wird musikalisch umrahmt. Jeweils zur vollen Stunde gibt es einen Kurzvortrag – u.a. auch von der Hospizgruppe. Die Otterndorfer Kindergärten bieten ein Programm für Kinder an. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt.

 

Leider kann die Schirmherrin, Sozialministerin Rundt, an dieser Veranstaltung nicht teilnehmen. Ihr Grußwort wird jedoch im Rahmen weiterer Grußworte und Glückwünsche zum Jubiläum verlesen und kann hier schon nachgelesen werden:

Grußwort der niedersächsischen Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Cornelia Rundt, anlässlich des 15-jährigen Bestehens der Hospizgruppe Land Hadeln e. V.

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Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder der Hospizgruppe Land Hadeln,

die Wegbereiterin der Hospizbewegung, Ciceley Saunders, hat einmal erklärt: „Sie sind wichtig, weil Sie eben Sie sind. Sie sind bis zum letzen Augenblick Ihres Lebens wichtig und wir werden alles tun, damit Sie nicht nur in Frieden sterben, sondern auch bis zuletzt leben können."

Dieser Gedanke, der kennzeichnend für die Hospizbewegung ist, spiegelt sich auch in der Arbeit der Hospizgruppe Land Hadeln wider. „Leben bis zuletzt", heißt es programmatisch auf dem Briefbogen, mit dem Sie mich zur Feier Ihres Jubiläums eingeladen haben, an dem ich leider aufgrund anderer Verpflichtungen nicht teilnehmen kann. Um diesen Anspruch umzusetzen, stellen Sie sich individuell auf die todkranken Menschen und ihre Angehörigen ein, die Sie in der letzten Phase des Lebens begleiten. Die Form der Begleitung fällt dabei ganz unterschiedlich aus, abgestimmt auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten. Manchmal ist es nur ein Gespräch, ein Anruf oder ein Spaziergang, die einen großen Unterschied für die sterbenden Menschen und ihre Angehörigen sowie Freundinnen und Freunde machen.

Dieses wichtige und beeindruckende Engagement hat in der Region Tradition. Die Hospizgruppe Land Hadeln kann in diesem Jahr bereits ihren 15. Geburtstag feiern. Zu diesem besonderen Anlass gratuliere ich sehr herzlich. Hospizarbeit stellt hohe Anforderungen an alle Betroffenen, gerade auch an die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer. Sie müssen oft an ihre Grenzen gehen, aber sie bekommen auch etwas zurück. Ich glaube, Sie werden mir zustimmen, dass die Begegnungen mit den Menschen in ihrer letzten Lebensphase unendlich bereichernd sein können. Es zählt zu den großen Verdiensten der Hospizbewegung, dass sie eine Diskussion darüber angestoßen hat, was humanes Sterben ausmacht. Nicht der Tod, nicht das Ende, steht im Mittelpunkt, sondern „Leben bis zuletzt". Ich danke allen Mitgliedern der Hospizgruppe, die sich dieser verantwortungsvollen Aufgabe widmen und wünsche Ihnen alles Gute für ihre künftige Arbeit.

Ihre
Cornelia Rundt
Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

   

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