Hospizgruppe Land Hadeln: Ehrenamtliche kümmern sich um Menschen in Ausnahmesituationen des Lebens

Sie begleiten Menschen, die von schwerer Krankheit, Sterben, Tod und Trauer betroffen sind die Ehrenamtlichen der Hospizgruppe Land Hadeln. In der vergangenen Woche trafen sie sich zu ihrer Hauptversammlung.

 

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Der Vorsitzende des Hospizvereins Bert Hitzegrad zog in seinem Jahresbericht Bilanz und wagte einen Ausblick auf die kommenden Monate. Ein arbeitsintensives Jahr liegt hinter den Aktiven, denn mit insgesamt 35 (plus 13) ist die Zahl der Begleitungen deutlich angestiegen gegenüber 2015. Dieser Wunsch nach Unterstützung scheint sich im laufenden Jahr fortzusetzen, denn aktuell nehmen 20 Sterbende beziehungsweise Schwerstkranke den ambulanten Hospizdienst in Anspruch. Auch ein Indiz dafür, wie groß der Bedarf ist und wie wichtig es ist, genug ehrenamtliche Sterbebegleiter zu haben und neue zu finden. Zurzeit befinden sich fünf Mitglieder der Hospizgruppe Land Hadeln in der Ausbildung und werden diese im Herbst abschließen. Bert Hitzegrad bezeichnete die Aktiven als "unseren Schatz". Er dankte ihnen ausdrücklich und freute sich, dass der Trend zur Mitarbeit ungebrochen ist. Darum wurde Anfang des Jahres aus Platzgründen auch ein Umzug in das Haus der katholischen Heilig-Kreuz-Gemeinde notwendig.

Bereich Trauerarbeit soll ausgebaut werden

Dank einer guten Öffentlichkeitsarbeit ist es gelungen, das Thema Tod und Sterben weiter zu enttabuisieren. Mit dazu beigetragen haben auch die Filmvorführung am "See achtern Diek" und die musikalische Lesung am Ewigkeitssonntag. So erklärt sich die gute Unterstützung aus der Bevölkerung, die Steigerung der Mitgliederzahl auf 149 (plus 16), die mit ihren Beiträgen und Spenden großen Anteil daran haben, dass der Hospizverein finanziell auf gesunden Füßen steht. Hinzu kamen im vergangenen Jahr die Spenden der CN/NEZ-Aktion "Leser helfen Lesern" und die schon traditionelle Unterstützung durch die Rotarier. So war der Verein in der Lage, alle Fortbildungskosten zu tragen und sich seit Januar eine nebenberufliche Bürokraft zu leisten.

Ausgebaut werden soll deshalb der Bereich Trauerarbeit: vier Mitglieder absolvieren derzeit eine entsprechende Ausbildung. Die Nachfrage ist groß, wie Hitzegrad erläuterte und die Verantwortung der Hospizgruppe hört nicht am Sterbebett auf. Durchführen wird die Hospizgruppe auch in diesem Jahr wieder einige Veranstaltungen:

9. April: Besuch des Ruheforstes in der Wingst

14. Mai: Benefizkonzert mit den "Spiritual Voices" in Lamstedt

2. Juni: Konzert mit "HerzTerz" in der Hemmoorer Kulturdiele

Sommer 2017: Freiluftkino auf der Seebühne

26. November: Lesung zum Ewigkeitssonntag in der Heilig-Kreuz-Kirche.

Bei den anschließenden Wahlen wurden der Vorsitzende Bert Hitzegrad und die Kassenführerin Brigitte Haase einstimmig in ihren Ämtern bestätigt. Weitere Informationen zur Hospizgruppe gibt es telefonisch unter (04751) 900190 sowie im Internet. 

Thomas Schult (NEZ)

Vorbereitungskurs zur hopizlicher Begleitung abgeschlossen: Sechs Teilnehmerinnen aus Land Hadeln dabei

von Thomas Schult

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Vor gut einem Jahr haben sich 15 Frauen auf den Weg gemacht und mit einer Vorbereitung auf die ehrenamtliche hospizliche Begleitung begonnen. Im Verlauf des Kurses am evangelischen Bildungszentrum in Bad Bederkesa haben sie ganz viel über sich selbst erfahren und ein gutes Rüstzeug für ihre verantwortungsvolle Aufgabe bekommen.

Am vergangenen Mittwoch haben sich alle Teilnehmerinnen und die Koordinatorinnen der beteiligten Hospizgruppen zur Abschlussbesprechung und zur Zertifikatsübergabe getroffen - Zeit, das Erlebte zu reflektieren und über die kommenden Herausforderungen zu sprechen. Immer wieder war dabei der Satz zu hören: „Der Kurs hat mich verändert." Bemerkt haben dies nicht nur die Teilnehmerinnen selber, sondern auch ihre Familien. So sagten etwa die Kinder einiger Frauen: „Mutti, was bist Du ruhig geworden. Mit Dir kann man jetzt viel besser reden als früher."

Kommunikation gelernt

Angesichts eines der Kursschwerpunkte - Kommunikation - auch nicht überraschend. Gut und genau Zuzuhören hätten sie gelernt in den insgesamt 14 Seminartagen mit zusammen 100 Unterrichtsstunden, sagten die Teilnehmerinnen. Eine gehörige Portion Spiritualität, ohne eine Bindung an Religion und das Training der Sprachfähigkeit gehörten ebenso dazu wie auch die Freude nicht zu kurz gekommen sei. Ganz wichtig sei das Kennenlernen der eigenen Belastungsgrenzen gewesen, um rechtzeitig auf eine Überschreitung reagieren zu können. Eingeübt wurden auch Worte, Symbole und Rituale des Abschieds. Begleitend zum Kurs habe es für jeden verpflichtend einen Praxisteil gegeben, etwa in einer stationären Pflegeeinrichtung. So gestärkt gehen die neuen Sterbebegleiterinnen nun voller Erwartung an ihre wichtige Aufgabe heran.

Birgit Meyer, Koordinatorin der Hospizgruppe Land Hadeln und Bert Hitzegrad, Vorsitzender des Hospizvereins freuen sich über den personellen Zuwachs von gleich sechs Ehrenamtlichen. „Der Bedarf und die Nachfrage an Begleitung steigt ständig an", sagte Hitzegrad. Darum startet im Oktober dieses Jahres auch schon wieder ein neuer Vorbereitungskurs am evangelischen Bildungszentrum. Informationen dazu gibt es dort oder bei den Hospizgruppen.

Sie haben den Vorbereitungskurs absolviert:


Hospizgruppe Land Hadeln: Anja Klawitter, Regina Klawitter, Sonja Köster, Elke Schmidt, Renate Weber und Frauke Zahrte.


www.ev-bildungszentrum.de

www.hospizgruppe-land-hadeln.de

 

Texte & Musik zum Totensonntag 2014

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Hospizgruppe Land Hadeln feiert 15-jähriges Bestehen

Jubiläum mit Tag der offenen Tür und Theateraufführung begangen / Fazit: „Hospizarbeit hat das Sterben aus der Tabuzone geholt"

Mit gleich zwei Veranstaltungen feierte die Hospizgruppe Land Hadeln am Wochenende ihr 15-jähriges Jubiläum. Am Freitagabend war die französische Puppenbühne "Compagnie de l'Echelle" mit dem Stück „Alle Großmütter sind Engel" zu Gast in den Seelandhallen. Darin handelte es sich um ein Kind, das für sich im Altenheim eine Großmutter sucht Dabei trat Bettina Vielhaber nicht nur als Puppenspielerin auf. sondern schlüpfte selbst in eine Rolle als Schauspielerin. Mit dem Stück traf sie genau das Motto der Hospizgruppe. „Leben bis zuletzt".

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Am Sonnabend folgte der Tag der offenen Tür rund um das Büro der Hospizgruppe in der Otterndorfer Sackstraße. In der Stadtscheune stellten sich neben der Hospizgruppe Einrichtungen vor, die Menschen in ihren verschiedenen Lebensphasen begleiten. Beginnend bei der Hebamme über den Kindergarten, die Diakonie, Pflegeeinrichtungen bis hin zum Bestattungsinstitut wurde der „Kreis des Lebens" nachgebildet. Umrahmt durch musikalische Darbietungen von Ilse Tiedemann, Kai Rudi, dem „Logos Chor' und dem Gospelchor Otterndorf gab es stündlich Vorträge zu verschiedenen Themen. Für die Hospizgruppe etwa vermittelte die Koordinatorin Birgit Meyer Einblicke in ihre Arbeit, bevor Doris Heinsohn eindruckvoll aus ihrer Tätigkeit als ehrenamtliche Sterbebegleiterin und ihren Weg dorthin berichtete.

Pastor Bert Hitzegrad als Vorsitzender des Hospizvereins dankte allen Mitarbeitern und Helfern für ihren Einsatz sowie der Stadt Otterndorf für die Bereitstellung der Räumlichkeiten: „Zusammen haben wir den Hospizgedanken in die Öffentlichkeit getragen und den Menschen ein wenig die Angst vorm Sterben genommen."

Otterndorfs Bürgermeister Claus Johannsen sprach in seinen Grußworten von einem immer schneller werdenden Leben und von der Hospizarbeit als Ausdruck einer gesellschaftlichen Veränderung. Er bedankte sich bei den Ehrenamtlichen dafür, dass sie sich dieser Herausforderung stellten. Rosemarie Fischer von der Landesarbeitsgcmeinschaft der Hospizgruppen sagte, dass es in der Hospizarbeit keine Lösungen im Sinne von Patentrezepten gebe. Sie bezeichnete die Sterbebegleiter daher als Kräfte, die Lösungen in Bewegung setzen würden.

Thomas Schult (NEZ vom 22.09.2014)

 

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