Gesprächscafé für Menschen in Trauer

Neues Angebot der Hospizgruppe Land Hadeln im Mehrgenerationenhaus Hemmoor startet im August

Seit nunmehr 18 Jahren begleiten die Mitglieder der Hospizgruppe Land Hadeln im Ehrenamt schwerstkranke und sterbende Menschen in der Region. In diesem Monat kommt ein weiteres Angebot hinzu: die Trauerbegleitung. Damit schließt die Hospizgruppe Land Hadeln nun eine Lücke, die häufig nach dem Tod des auf diesem Weg begleiteten Menschen auftritt. Angehörige werden auf ihrem weiteren Lebensweg nicht allein gelassen.

Dazu schreibt die stellvertretende Vorsitzende der Hospizgruppe Frauke Zahrte: "Häufig stellt der Tod die Menschen vor ein rätselhaftes Phänomen. Scheinbar urplötzlich tritt er, alles Gewohnte verändernd, in das Alltagsgeschehen ein. Und auch, wenn die Angehörigen etwa durch eine lange Krankheit des Verstorbenen, schon auf diesen Moment des Todes vorbereitet zu sein glauben oder ihn gar erwartet haben, so tritt er doch als extrem einschneidendes Ereignis auf. Mit dem Augenblick des Todes verändert sich auf einen Schlag der ganze Lebenszusammenhang der Zurückgebliebenen."

Ein Punkt, an dem das neue Angebot der Hospizgruppe Land Hadeln ansetzen möchte. Weil den Mitarbeitern der Hospizgruppe die Hinterbliebenen sehr am Herzen liegen, haben einige der ehrenamtlichen Sterbebegleiterinnen eine Ausbildung in der Trauerbegleitung abgeschlossen. Daraus ist dann die Idee entstanden, ein regelmäßiges Trauercafé einzurichten. An jedem ersten Sonntag im Monat findet es in den Räumlichkeiten des Mehrgenerationenhauses in der Stader Straße 38, 21745 Hemmoor statt.

Erstmalig öffnet das Trauercafé am Sonntag, 6. August, um 15 Uhr seine Türen. Es soll ein Ort sein, um in einer geschützten Atmosphäre mit anderen Betroffenen ins Gespräch zu kommen und somit der eigenen Trauer Raum zu geben. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen gibt es telefonisch unter (0 47 51) 90 01 90 und im Internet www.hospizgruppe-land-hadeln.de

 

trauercafe 8 2017

Die Trauerbegleiterinnen Ilse Tiedemann, Bianka Saßenberg, Doris Heinsohn, Brigitte Haase, Susanne Bartels Vitor (von links) zusammen mit der Koordinatorin der Hospizgruppe Land Hadeln, Birgit Meyer, eröffnen am Sonntag, 6. August, um 15 Uhr das Trauercafé in Hemmoor.

Text und Foto: Schult

spende charterfeier

 

Spendenübergabe von Vertretern der Rotaractern anlässlich der Charterfeier zum fünfjährigen Bestehen des Rotaract-Clubs Land Hadeln

Natur übernimmt Grabpflege

Der Ruheforst Wingst besteht seit zehn Jahren / Rund 700 Urnenbeisetzungen im Wald

von Wiebke Kramp

 

10 Jahre Ruheforst Wingst

 

Mit dieser Art der Bestattungskultur hatte die Kirche zunächst so ihre Probleme. Mittlerweile aber hat sie dem Wald als Begräbnisstätte ihren Segen gegeben. Mit Bert Hitzegrad, Klaus Volkhardt und Uwe Beuerlein hielten drei Pastoren die Andacht unter dem schlicht gezimmerten Holzkreuz im Wingster Wald. Anlass war das zehnjährige Ruheforst-Jubiläum.

Ansprache bei der Andacht am 7. April 2017

von Bert Hitzegrad, Pastor in Cadenberge und Wingst

Es ist Passionszeit, Leidenszeit. Wir werden an das Leiden und Sterben Jesus erinnert. Ein Lebensweg, der menschlich ist, so voller Verletzlichkeit und Sterblichkeit. Mit diesem Weg stellt sich Gott auf unsere Seite. An diesem Leidensweg wird aber auch deutlich, was christliche Bestattung, was eine würdevolle Begleitung eines Menschen auch nach seinem Tod ausmacht. Eindrücklich wurde die Passionsgeschichte nach dem Evangelisten Markus gerade am vergangenen Sonnabend von der Kantorei Land Hadeln und dem Otterndorfer St.Serveri Chor vorgetragen. Johann Sebastian Bach lässt den Tenor die Worte des Evangelisten vom Karfreitag singen: „Und am Abend, dieweil es der Rüsttag war, welcher ist der Vorsabbath, kam Joseph von Arimathäa, ein ehrbarer Ratsherr, welcher auch auf das Reich Gottes wartete, der wagt‘s, der ging zu Pilato und bat um den Leichnam Jesu. Und er kauft ein Leinwand nahm ihn ab und wickelte ihn in die Leinwand und legte ihn in ein Grab, das war in einen Felsen gehauen und wälzete einen Stein vor des Grabes Tür. Aber Maria Magdalena und Maria Joses schaueten zu, wo er hingelegt ward.“ So die letzten Worte des Evangelisten in Bachs Markus-Passion bevor dann der Schlusschoral erklingt: „Bei deinem Grab und Leichenstein will ich mich stets, mein Jesus, weiden ...“

Hier ist also musikalisch beschrieben nach der Vorlage der biblischen Überlieferung, was für uns heute Morgen bedeutsam ist: Die würdige Bestattung eines Menschen ist von Anfang an zentrales Thema für die christliche Gemeinde. Joseph von Arimathäa stellt sein Grab zur Verfügung, damit Jesus angemessen bestattet werden kann. Er nimmt den Leichnam ab und sorgt dafür, dass er nicht am Kreuz verrottet, sondern ein würdiges Grab bekommt. Einige Jahrhunderte später wird die christliche Bestattung sogar zum 7. Werk der Barmherzigkeit erklärt. In Anlehnung an die Erzählung vom Weltgericht, wo Menschen Hilfe erfahren - sie werden in ihrer Nacktheit gekleidet, in ihrem Hunger gesättigt, sie werden im Gefängnis besucht ... - in dieser Reihung also auch die christliche, die würdige Bestattung - ein Zeichen von Barmherzigkeit. Und später im 5. Jahrhundert gehört es zu den Pflichten der Diakone einer Gemeinde, auch unbekannte Tote zu waschen, zu kleiden und zu bestatten.

Seit gut zwei Jahren trifft sich eine Runde strickbegeisterter Frauen alle vierzehn Tage in der alten Lateinschule. Dort wird gestrickt und gehäkelt, was das Zeug hält. Die fertigen Strümpfe, Schals, Mützen, Handschuhe, Pullover und Jacken gibt es dann beim großen Weihnachtsbasar im Autohaus Reuter und während des Otterndorfer Sternenmarktes zu kaufen.

Auch in diesem Jahr fanden die Handarbeiten wieder zahlreiche Käufer, sodass eine gute vierstellige Summe als Erlös übrig geblieben ist. Davon profitieren dieses Mal finanziell die Jugendarbeit der Otterndorfer Kirchengemeinde und die Hospizgruppe Land Hadeln mit einer Spende in Höhe von jeweils 500 Euro

Thomas Schult

 

stricken spende 2017

Brigitte Haase(l.) und Birgit Meyer (r.) von der Hospizgruppe Land Hadeln freuen sich über die finanzielle Unterstützung durch die Handarbeitsgruppe der St.-Severi-Gemeinde. Sabine Pößel, Wilfriede Engelmann-Poit und Ingrid Brede (von links) brachten das Geld vorbei. Foto: Schult

   

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